Bauabschnitt 1 - 2008

Sanierung DACHTRAGWERK / GEBINDE 25 bis 36, Sanierung Gewölbe JOCHE 1 und 2

 

Sachbericht.

 

Es erfolgte die Einrüstung der nördlichen und der südlichen Längswand vom Gebinde Nr. 24 in Richtung Osten, bis zum Gebinde Nr. 36 (ca 12 m).

Die Dacheindeckung an beiden Seiten wurde in einer Höhe von der Traufe aus von etwa 4 Metern aufgenommen und zwischengelagert.

Im Rahmen der Bauarbeiten wurden die Traufen komplett bis zur Unterkante der ehemaligen Mauerwerksschwellen aufgenommen.

Erst hier zeigte sich der tatsächliche desolate Zustand des Dachtragwerkes. Fast vollständig waren die Deckenbalkenköpfe und Sparrenfüße durch Feuchtigkeit und Schädlinge zerstört. Die doppelten Mauerschwellen waren nur noch in Resten erhalten geblieben.

 

Die Herstellung eines horizontalen Verbundes der Deckenbalken über die 3 Kirchenschiffe sowie die Sanierung der Sparrenfüße zu kraftschlüssigen Verbindungen erfolgte im Rahmen der Zimmerarbeiten.

Oberhalb der Deckenebene wurden im Abschluss an diese Arbeiten sämtliche Verbindungspunkte der Tragwerke überprüft und saniert (etwas 60 Stück pro Gebinde).

Das Sanierungskonzept sah vor, die aus den verschiedenen Jahrhunderten überdauerten Konstruktionen und Hilfskonstruktionen, beginnend im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts, zu erhalten und zu sanieren.

Bauspuren und Veränderungen in vorrangegangenen Bauabschnitten wurden erhalten und dokumentiert, wobei nicht zum Haupttragwerk gehörende spätere Einbauten erhalten und geschichert, jedoch nicht "durchsaniert" wurden.

 

Demontiert wurden lediglich spätere Einbauten, welche selbst soweit zerstört waren, dass hier eine Rekonstruktion hätte erfolgen müssen.

Es zeigte sich, dass jedes einzelen Gebinde und jedes zu sanierende Tragelement Besonderheiten aufwies, welche ein einheitliches Vorgehen erschwerten und individuelle Lösungen erforderten.

Mauerkronen wurden demontiert, soweit wie es notwendig wurde die Doppelschwellen zu erneuern, da ein Anheben der Dachkonstruktion hierbei unmüglich erscheint.

Die Strategie der Sanierung des Dachtragwerkes wurde im vorgezogenen Bauabschnitt 2007 bereits bis zu den Gebinden ausgeführt und fand seine erneute Bestätigung im Bauabschnitt 2008.

 

Es wurde das Mauerwerk der Außen- und Schlidbogenwände im Bereich innen und außen im Traufenbereich saniert.

Durch zusätzliche finanzielle Mittel des Landesamtes konnte die Baumaßnahme ausgeweitet werden.

Es wurde festgestellt, dass diese Mittel zur weiteren Gewölbesanierung verwendet werden sollten. Zusätzlich zu den Mengenerhöhung infolge des guten Ausschreibungsergebnisses konnten so neben den Jochen 1 und 2 die Joche 3 bis 5 saniert werden. Zu den Jochen gehören die Gewölbe des nördlichen und südlichen Seitenschiffes sowie die des Mittelschiffes. Die Gewölbe im Mittelschiff M 1 und M2 über der Orgel wurden nicht saniert, da eine Sanierung hier erst erfolgen kann, wenn die Orgel zuvor demontiert wird. Es wurde daher beschlossen, diese Gewölbe zu einem späteren Zeitpunkt zu sanieren.

 

Es erfolgte hierbei eine statisch-konstruktive Sanierung durch Reinigung und Rissverpressung ohne Verputz und Restaurierung der Architekturfassung.

Eine besondere Forderung seitens des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, die geplanten Arbeiten bauhistorisch begleiten zu lassen, wurden auch im Bauabschnitt 2008 berücksichtigt, so dass die bauhistorischen Untersuchungen und Ergebnisse in die weiteren Planungen einfließen und bei der Bauausführung berücksichtigt werden konnten.

Die Arbeiten an den Gewölben wurden restauratorisch begleitet. Nach entsprechenden Voruntersuchungen wurden durch den Restaurator die zu sanierenden Risse bezeichnet und vorgegben.

Ein sichrbares Zeichen im Bauabschnitt 2008 ist die Gaube an der nördlichen Traufenseite, welche nach Vorlagen und Bestimmungen rekonstruiert wurde.

 

Im Rahmen dieses ersten Bauabschnittes 1 - 2008 wurden folgende Arbeiten durchgeführt:Gerüstbauarbeiten, Nord- und Südseite, von Gebinde Nr. 25 bis Nr. 36 des Langhauses (etwa 12 Meter)

  • Dachdeckerarbeiten (Aufnahme der Bibereindeckung und Neuverlegung nach erfolgter Sanierung)
  • Mauerarbeiten an Traufen- und Schildbogenwänden in diesem Bereich
  • Zimmerarbeiten, Tragwerkssanierung der kompletten  Gebind 25 bis 36
  • Weiterführung der bauhistorischen Untersuchungen am Tragwerk des Kirchenschiffes
  • Weiterführung der Bauaufnahme am Dachtragwerk (Aufmass aller Gebinde des Langhauses und des Chores, Erarbeitung eines Längsschnittes des Daches und eines Querschnittes am Dachreiter)
  • Erarbeitung eines 3D-Modells der Stiftskirche in ihren Bauphasen, als wesentlicher Bestandteil der weiteren Bauforschung und Dokumentation

 

Bützow, im November 2008,

 

Dipl.-Ing. Hartmut Böhnke, Architek